Hypochlorige Säure (HOCl) & Mundgesundheit: Grundlagen, Wirkweise und Einsatzbereiche

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Hypochlorige Säure (HOCl)

Grundlagen, Wirkweise und Einsatzbereiche

Hypochlorige Säure ist einer der am besten untersuchten Wirkstoffe der Hygiene. Unser eigener Körper bildet sie. Dieser Beitrag erklärt, was HOCl chemisch ist, wie sie auf Mikroorganismen wirkt und wo sie eingesetzt wird.

Was ist hypochlorige Säure?

Hypochlorige Säure (HOCl) ist eine schwache Säure aus Wasserstoff, Sauerstoff und Chlor. Sie entsteht, wenn Chlor in Wasser gelöst wird. Sie entsteht auch bei der Elektrolyse einer verdünnten Kochsalzlösung.

In Wasser steht HOCl im Gleichgewicht mit dem Hypochlorit-Ion (OCl⁻). Welche Form überwiegt, hängt vom pH-Wert ab.

pH-Wert und vorherrschende Form

pH 5 bis 6: Das freie Chlor liegt fast vollständig als HOCl vor.

um pH 7,5: HOCl und Hypochlorit liegen etwa zu gleichen Teilen vor.

oberhalb pH 8: Es überwiegt Hypochlorit, der Wirkstoff klassischer Chlorbleiche.

HOCl im Immunsystem

Der menschliche Körper bildet HOCl selbst. Bestimmte weiße Blutkörperchen, die neutrophilen Granulozyten, nehmen Mikroorganismen auf. Das Enzym Myeloperoxidase erzeugt dabei aus Wasserstoffperoxid und Chlorid hypochlorige Säure. Sie trägt dazu bei, die aufgenommenen Mikroorganismen abzutöten.

Dieser körpereigene Mechanismus ist ein Grund für das breite wissenschaftliche Interesse an HOCl.

Wie wirkt HOCl auf Mikroorganismen?

HOCl ist ein Oxidationsmittel. Das Molekül ist klein und elektrisch neutral. Es dringt daher gut durch die Zellhülle von Bakterien. Dort oxidiert und chloriert es Proteine, Enzyme und Membranbestandteile. Die Zelle verliert dadurch lebenswichtige Funktionen. Bei behüllten Viren greift HOCl die Virushülle und ihre Oberflächenproteine an.

Das negativ geladene Hypochlorit-Ion dringt schlechter in Zellen ein. HOCl gilt deshalb bei gleicher Konzentration an freiem Chlor als deutlich wirksamer als Hypochlorit.

Wie schnell Mikroorganismen inaktiviert werden, hängt ab von:

Konzentration Einwirkzeit pH-Wert Temperatur organischer Belastung

Eiweiß und Schmutz verbrauchen HOCl. Die Wirksamkeit eines konkreten Produkts wird daher in genormten Prüfverfahren nachgewiesen, zum Beispiel nach europäischen EN-Normen.

Verträglichkeit

Körperzellen besitzen Schutzsysteme gegen Oxidationsmittel, zum Beispiel Antioxidantien wie Glutathion. Das ist ein Grund, warum HOCl in niedrigen Konzentrationen vergleichsweise gut toleriert wird. Diese Toleranz ist konzentrationsabhängig. Auch der Körper reguliert genau, wo und in welcher Menge er HOCl bildet.

Aussagen zur Verträglichkeit gelten deshalb immer nur für eine bestimmte Konzentration und einen bestimmten Verwendungszweck.

Typische Einsatzbereiche

Wasseraufbereitung

Die Chlorung von Trink-, Brauch- und Badewasser beruht im Kern auf der Wirkung von HOCl.

Lebensmittelbereich

Hygiene von Oberflächen, Anlagen und Leitungen.

Flächen- und Gerätehygiene

Zum Beispiel in Tierhaltung, Praxen, Gewerbe und Gemeinschaftseinrichtungen.

Medizin und Zahnmedizin

HOCl-haltige Lösungen werden in der Wundversorgung und Zahnmedizin eingesetzt und untersucht. Am Menschen kommen dafür eigens zugelassene Medizinprodukte nach ärztlicher Anweisung zum Einsatz.

Fazit

Hypochlorige Säure ist ein körpereigener Stoff mit gut untersuchter Wirkung auf Mikroorganismen. Wie sie wirkt und wie gut sie vertragen wird, hängt von pH-Wert, Konzentration und Einsatzbereich ab.

Für jede Anwendung gilt das Produkt,
das für genau diesen Zweck bestimmt und geprüft ist.

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