Die mikrobiologische Qualität von Trinkwasserleitungen in maritimen Einrichtungen stellt eine besondere Herausforderung dar. Ein aktueller Praxistest am Oberweser Segelverein (OSV) in Bremen zeigt, wie sich etablierte Wasserleitungssysteme von Keimen und keimverursachenden Substanzen wie z.B. Biofilmen befreien lassen – mit messbaren Ergebnissen und wissenschaftlich fundierten Methoden.
Standort und Ausgangssituation
Der OSV liegt am linken Ufer der Mittelweser in Bremen. Wie bereits am Lesumbroker Segelverein wurde auch hier das Stegwasserleitungssystem einer gründlichen mikrobiologischen Analyse und anschließenden Desinfektion unterzogen.

Methodisches Vorgehen
Die Installation der Virosan AQUA Dosieranlage erfolgte durch Adaption an die bestehende Infrastruktur. Dabei erwies sich die Anpassung von Schlauchlängen und Dichtungen als zentrale praktische Erkenntnis für künftige Installationen.
Vor Beginn der Reinigungsmaßnahme wurde die mikrobielle Belastung an drei definierten Messpunkten erfasst:
- Hausanschluss als Referenzwert
- Landseitige Entnahmestelle am Ende des Stegs
- Weserseitige Entnahmestelle am Ende des Stegs
Bemerkenswerte Ausgangswerte
Die Messergebnisse offenbarten signifikante Unterschiede in der mikrobiologischen Belastung: Die weserseitige Stegwasserleitung zeigte die niedrigsten Keimzahlen und lag als einzige Messstelle im hygienischen Normbereich. Der Hauswasseranschluss selbst wies dagegen erhöhte Werte auf, während die landseitige Stegleitung eine um ein Vielfaches höhere Belastung zeigte.
Durchführung der Desinfektion
Für die entkeimende Reinigung wurde Virosan AQUA mit einem Mischungsverhältnis von 5 Litern auf 100 Liter Wasser am Hauswasseranschluss in die Wasserleitungen eingeleitet. Die folgenden Messwerte zeigten zunächst den erwarteten Anstieg – ein Indikator für die Mobilisierung von Biofilmbestandteilen. Nach einer Einwirkzeit von 40 Minuten sanken die Werte jedoch auf Normalniveau ab.
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Interpretation der unterschiedlichen Verkeimungsgrade
Die weserseitigen schwarzen, sonnenexponierten PE-Rohre heizen sich tagsüber erheblich auf, was einen zusätzlichen thermischen Desinfektionseffekt bewirkt, was die geringe Verkeimung verursachen zu scheint.
Mit der Virosan-Behandlung und den Messungen der Verkeimung an der landseitigen Wasserleitung konnte gezeigt werden, dass in den unterirdisch verlegten Leitungsabschnitten Biofilme vorhanden waren, die erfolgreich gelöst wurden.
Wissenschaftliche Bewertung der Ergebnisse
Die Kombination aus thermischer Einwirkung durch Sonneneinstrahlung und der chemischen Desinfektion mittels Virosan AQUA führte zu einer hervorragenden Wasserqualität. Das System aktivierte und entfernte selbst tief sitzende Biofilme sichtbar.
Für eine dauerhafte mikrobiologische Stabilität empfiehlt sich eine kontinuierliche Dosierung, beispielsweise über die Hauptleitung integriert.
Fazit
Der Praxistest am OSV demonstriert eindrucksvoll, dass auch unter günstigen thermischen Bedingungen eine gezielte Biofilmentfernung notwendig und wirksam ist. Die systematische Messmethodik lieferte wissenschaftlich fundierte Nachweise für die Effizienz der angewandten Verfahren und bei maritimen Einrichtungen eine praxistaugliche Lösung für die Sicherstellung der Trinkwasserqualität.